Zur Navigation | Zum Inhalt
Home Projekte Projekte 14/15 Geschichte hautnah erleben - Auf den Spuren des 1. Weltkrieges
FVCML0208 10
Geschichte hautnah erleben - Auf den Spuren des 1. Weltkrieges
Geschrieben von: Gudrun Pöll mit Texten von Schülern der Klasse 3B   
Freitag, den 17. Oktober 2014 um 10:32 Uhr


Sich auf das Thema Krieg einzulassen war die mit dem Ausflug auf den Monte Piano verbundene Aufgabe. Bereits während der Busfahrt durch das Etsch- Eisack- und Pustertal setzten sich die Schüler der 3B, 3C und 3E mit dieser sensiblen Materie auseinander: Der Film „Im Westen nichts Neues“ zeigte in recht schonungslosen Szenen den grausamen Kriegsalltag. Abenteuerlich die Fahrt im Jeep hinauf auf 2200 m Meereshöhe zum Rifugio Bosi und dann weiter zu Fuß. Paradiesisch das Wetter, malerisch schön die Landschaft. Schon bald zeigten sich die ersten Kriegsrelikte in Form von Lauf- und Schützengräben, die Landschaft heute noch vernarbt von zahllosen Bomben- und Granateneinschlägen. Kaum vorstellbar die Grausamkeiten, die zwischen den österreichischen k. u. k. Soldaten und den italienischen Alpinis hier im Gelände geschahen, genauso wenig nachvollziehbar das sinnlose Töten und getötet Werden, das Blut der vielen Gefallenen. „Das große Sterben in Fels und Eis hatte (...) nicht einmal einen militärischen Sinn. Denn die neuen Grenzen, die danach zwischen Österreich und Italien gezogen wurden, waren nicht das Ergebnis von Schlachten, sondern längst am grünen Tisch festgelegt worden.“ (aus: Die Alpenfront einst und jetzt,. Auf den Spuren des Gebirgskrieges 1915.1918; Löwer, Hans-Joachim und Bernhart, Udo; Athesia 2014, Seite 6)
Doch das Einfühlungsvermögen unserer Schüler war groß und die Identifikation mit den Schicksalen der an den Monte Piano gefesselten Soldaten gelang. Lassen wir die Fotos und die Beiträge der Schüler davon sprechen.




Die Bedingungen, unter denen die Männer lebten, waren furchtbar. Sie litten ständig unter den Launen der Natur, eisiger Kälte, brennender Hitze, Hunger und dem ständig wiederkehrenden Durst, den sie oft mit Schmutzwasser stillen mussten. Die Unterkünfte waren unerträglich. Unterirdische Gänge, kalt und feucht. Finsternis. (Lena)



Im Sommer war es so heiß und sie hatten wenig zu trinken. Sie litten unter Kälte, Stürmen und Nebel, unter Gewitter; manche wurden vom Blitz getötet, schlechtes Wetter, zu viel Schnee, zu viel Regen … So starben viele, viele Männer nicht durch den Krieg, sondern durch die schlechten Wetterbedingungen während des Krieges. (Franziska)



Ich bin in einem Schützengraben, meine Hose ist zerrissen und meine Beine sind aufgeschürft. Ich habe schrecklichen Hunger und Durst. Ich darf nicht hinausschauen, sonst wäre ich tot. Ich bete, dass wieder Essen kommt. Zum Glück haben wir einen Stollen als Unterkunft gegraben. (…) Tote zählen ist Alltag… (Julian)



Ich bin in einem Schützengraben und die Umgebung ist schlammig. Die Kleidung ist sehr schmutzig und starr wie eine Rüstung, aber auch teilweise zerfetzt. Es ist sehr, sehr kalt und ich fühle mich so schlecht, dass ich einfach nur liegen bleibe. (…) Ich habe Durst und ich überlege, ob ich das Wasser aus dem Schlamm trinken soll. (…) Ich krieche die letzten Meter in die Unterkunft und schreibe auf einen Zettel, der dort auf dem Brett liegt, einen Brief an meine Familie. (…) (Roman)



Ich habe die Schlacht überlebt, aber Josef ist tot. Er war schwer verletzt und ich wollte ihn zum Stollen tragen. Doch er war um einiges größer als ich. Als ich ihn auf dem Rücken hatte, verlor ich das Gleichgewicht und stürzte ein Stück in die Tiefe. Josef musste ich loslassen und er stürzte noch weiter. Ich konnte ihm nicht mehr helfen, da ich selbst verletzt war. Ich hievte mich wieder auf den Fußweg und humpelte zum Stollen. Mein Gesicht ist Blut verschmiert, mein Kopf schmerzt und ich habe großen Durst. Ich fühle mich schuldig an Josefs Tod. Es ist schrecklich seinen Kameraden dort draußen liegen zu lassen. Schrecklicher, als selbst draußen für das Vaterland zu sterben. (Rosa)





scroll back to top
 

Diese Seite benutzt Cookies und erlaubt das Setzen von Drittanbieter-Cookies. Fuer naehere Informationen klicken Sie bitte hier.

Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite.

EU Cookie Directive Module Information